G r u s s w o r t
HKV Marianne Mosler
zur Feierstunde am 23.09.2001 in der Grugahalle zu Essen anläßlich des 25.Hindenburger Heimattreffens

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr.Reiniger,
sehr geehrter Herr Prälat König,
sehr geehrter Herr Sauer,
sehr geehrter Herr BM Kleine?Möllhoff ,
sehr geehrter Herr Prof.Dr.Kiefer,
sehr geehrter Herr Wehner
sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Essen und des Stadtamtes 15,
sehr geehrte Vertreter der Landsmannschaften,
liebe Landsleute aus unserer alten Heimatstadt Hindenburg,
liebe Heimatfreunde,

ich begrüße Sie herzlich zur Feierstunde beim 25.Hindenburger Heimattreffen in der Grugahalle zu Essen. Wir wünschen allen unseren Landsleuten ein frohes Wiedersehen und schöne Stunden des Beisammenseins in der Patenstadt Essen. Ich danke Herrn Bürgermeister Kleine - Möllhoff, der stets ein offenes Ohr für unsere großen und kleinen Sorgen hat, dem Stadtamt 15 und allen ehrenamtlichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz bei den Vorbereitungen für dieses Treffen.

Ein Ereignis jährt sich zum 25.Ma1, das Treffen der Hindenburger in der Patenstadt Essen, ich spreche von einem Ereignis, weil es einmal nicht selbstverständlich war, daß die durch Flucht und Vertreibung im Jahre 1945 in alle Winde zerstreuten Bürger der größten Stadt im oberschlesischen Industrierevier bald nach Kriegsende ein Wiedersehen organisieren konnten; zum anderen, daß 56 Jahre danach noch immer das Bedürfnis besteht, den Kontakt miteinander aufrechtzuerhalten und damit auch ein Bekenntnis zur alten Heimat abzulegen. Ich möchte darum noch einmal ein paar Daten auf diesem Weg in Erinnerung bringen . Dabei erwähne ich wieder einen Hindenburger Bürger der nicht in Vergessenheit geraten darf, Theodor Jurok, auch der Vater der Hindenburger genannt, der sich bereits als Stadtoberinspektor in Hindenburg für die Förderung kultureller belange einsetzte. Er war maßgeblich beteiligt an der Gründung des Stadtarchivs (1935) sowie der Einrichtung einer Heimatstube (1936), die 1938 zu einem Heimatmuseum ausgebaut wurde: Theodor Jurok schaffte die Voraussetzung für manche Verbindungen, indem er 1947 begann, eine Kartei von allen, damals erreichbaren Anschriften anzulegen. Diese Kartei konnte dank der Mithilfe vieler Hindenburger kontinuierlich erweitert werden. Unser verdienter Landsmann Josef Urbanek betreut seit langem diese Kartei, die er stets auf dem aktuellen Stand hält und die sich auch heute im Treffensbüro befindet, wo Sie, liebe Hindenburger Auskunft erhalten können, neue Anschriften kommen hinzu, bzw. werden korrigiert, was für uns alle wichtig ist, damit die Einladungen zu den Treffen die Adressaten pünktlich erreichen. Theodor Jurok war aber nicht nur der Initiator für die Heimatkartei, er begann im September 1949 mit der Herausgabe des "Hindenburger Heimatbriefes, der jetzt in "Unser Oberschlesien" erscheint und unsere Landsleute über wichtige Ereignisse in der Bundesrepublik und in der alten Heimat informiert. Theodor Jurok wurde beim Bundestreffen der Schlesier im September 1951 in München zum 1.Heimatkreisvertrauensmann für den Stadtkreis Hindenburg 0/S berufen. In dieser Funktion leitete er auch die Verhandlungen um eine Patenschaft für seine Heimatstadt. Große Unterstützung erhielt er dabei von dem Bergoberamtmann, Franz Schyma, der als erster Vorsitzender der Kreisvereinigung Essen e.V den Kontakt zum damaligen OB von Essen, Herrn Dr. Hans Toussaint herstellte. Die Überlegungen zu einer Patenschaft Essens für Hindenburg OS wurden auch bestimmt von den ähnlichen wirtschaftlichen und sozialen Strukturen, die diese beiden Städte verbinden und auch nicht zuletzt von der Tatsache, dass es im 19. und im 20. Jhr. personelle Beziehungen zwischen Essen und Hindenburg im Verwaltungsbereich gab. Am 10.12.1952 wurde im Hauptausschuß des Essener Stadtparlaments die Patenschaft beschlossen, die in der Ratssitzung vom 3.3.1953 bei einer Gegenstimme vom Rat der Stadt Essen bestätigt wurde.
So war es möglich, bereits am 30./31. Mai 1953 das 1.Hindenburger Heimattreffen im Essener Saalbau durchzuführen, an dem an die 3000 Hindenburger teilnahmen. Die Festansprache hielt der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen Jacob Kaiser. Der Saalbau reichte für spätere Treffen nicht mehr aus, weil sich die Besucherzahl im Laufe der Jahre fast verdoppelte. Wir konnten dann mit Hilfe und Unterstützung der Stadt Essen, die immer ihre Hand schützend über uns hielt, für die Treffen eine Messehalle anmieten. Im Jahre 1997 mußten wir in die Grugahalle ausweichen, was sich jedoch im Nachhinein als Vorteil erwies. Dem Hallenleiter, Herrn Knippschild, der sich stets wohlwollend und verständnisvoll uns gegenüber zeigte, möchte ich hier unseren besonderen Dank aussprechen. Die Stadt Essen unterstützte uns maßgeblich bei der Einrichtung der Heimatstube in Altenessen, die am 02.12.1997 von der damaligen Oberbürgermeisterin, Frau Annette Jäger, feierlich eröffnet wurde. Am Sonnabend hatten Sie Gelegenheit, sie zu besuchen.
Seit Februar 2001 existiert der "Freundeskreis Hindenburg OS e.V.", den wir nach langen und nicht immer leichten Vorbereitungen ins Leben rufen konnten. In der umfangreichen Satzung sind unter anderem auch die Funktionen des Vertretungsausschusses festgelegt. Die Frage der Gemeinnützigkeit des Freundeskreises ist noch offen.
Dank der Initiative unseres Landsmannes Erwin Czmiel gibt es nun auch Hindenburg im Internet. In diesem Jahr haben wir anläßlich des 25.Hindenburger Heimattreffens einen Sonderstempel bei der Post in Düsseldorf bestellt, auf dem die Josef Kirche abgebildet ist. Bitte nutzen Sie dieses Angebot, indem Sie von hier aus Karten oder Briefe an Ihre Angehörigen und Freunde verschicken. Anregungen und Unterstützung finden wir immer wieder von einzelnen Hindenburgern, denen ich an dieser Stelle im Namen aller herzlich danke. Unsere Gemeinschaft war immer auf den ehrenamtlichen Einsatz der Landsleute angewiesen, und sie wird und kann nur überleben, wenn sich auch in Zukunft Helfer bereitfinden. Darum geht heute meine eindringliche Bitte an Sie, liebe Hindenburger, die in Essen oder in der näheren Umgebung wohnen, sich zu einer Mitarbeit im Vertretungsausschuß Hindenburg OS zu entschließen, die sicherlich keinen großen Aufwand voraussetzt und doch für uns alle so wichtig ist. Auch die Landsleute, die in der alten Heimat geblieben sind, erwarten von uns, daß wir die gewachsenen Institutionen erhalten. Die Aufgaben, die vor uns liegen, werden im Hinblick auf ein Zusammenwachsen Europas nicht kleiner und gewinnen ihre Bedeutung in der Brückenfunktion, die uns Ostdeutschen zufällt.

Unserer unvergessenen Vaterstadt Hindenburg, unserer Patenstadt Essen, allen Anwesenden ein herzliches Glück auf !