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"Glückauf" spielte das Blasorkester
4000 Gäste beim Heimattreffen

aus der WAZ vom 15. September 2003

Es erklang "Gluck auf, der Steiger kommt", gespielt vom "Orkester kwk Makoschau". Die Kapelle kommt aus dem polnischen Zabrze - früher Hindenburg in Oberschlesien. 4000 Gäste feierten ihr Heimattreffen am Wochenende in der Grugahalle.

Hindenburg, 30 Kilometer vom friiheren Kattowitz entfernt, hatte bis Kriegsende 135 000 Einwohner - eine Industriestadt mit Steinkohlebergwerken, den Kommunen im Ruhrgebiet ganz ähnlich. Die Stadt Essen entschied sich vor 50 Jahren, eine Patenschaft für die Vertriebenen zu iibernehmen - die meisten der Flüchtlinge waren im Revier gelandet.
"Die Stadt Essen hat sich den Problemen der Hindenburger gegeniiber immer aufgeschlossen gezeigt. Sie ermöglicht uns unser Treffen im Zweijahresrythmus, wofiir wir sehr dankbar sind", erklarte die Heimatkreis-Vertrauensfrau der Hindenburger, Marianne Mosler, in einer kurzen Ansprache.
Viele Gäste des Heimattreffens fuhren zwischendurch von der Grugahalle in die Altenessener, Biickmannshofschule, dem Ausstellungsort einer Heimat-Sammlung.
Zabrze (Hindenburg) hat heute 200 000 Einwohner, doch auch dort befindet sich die Montan-Industrie weitgehend auf dem Riickzug. "Ich. war 1995 das erste.Mal wieder dort", erzählf Marianne Mosler, die als 18-Jahrige 1945 aus ihrer, Heimatstadt ; geflohen war. "Die Stadt hat sich sehr verändert, doch wir haben uns noch zurechtgefunden." Bereits 1995 habe sie erste deutliche Zeichen der EU-Erweiterung entdecken können, die Polen im nächsten Jahr mit dem Beitritt vollzieht: "Aldi war schon dort - man sah iiberall die Plastiktiiten.
"Das Hindenburger Heimattreffen war vor allem durch folkloristische Kultur geprägt. Neben der Blaskapelle der Zeche Makoszowy (Makoschau) traten Tanzgrupen der "Schlesischen Jugend NRW" auf. Am Sonntag wurde ein katholischer Festgottesdienst zelebriert, daran wirkten Trachtenträger der landsmannschaftlichen Gruppen mit. -MarS


"Heimat ist nicht Gegend"
Zum 26. Mal sind die Vertriebenen in der Grugahalle zusammengekommen, um von der Vergangenheit zu sprechen und sich an Oberschlesien zu erinnern.
aus NRZ vom 15.09.2003

Der Stadtplan ist ein Treffpunkt. Immer wieder kommen Teilnehmer des 26. Hindenburger Heimattreffens ins Foyer und erinnern sich mit dem Zeigefinger, fahren in Gedanken zum Bahnhof Ludwigsglück oder zum Waldbad Mathesdorf. Weißt du noch...?

Es waren wohl knapp 2500, die am Wochenende in der Grugahalle die Erinnerungen an "ihr" Hindenburg (heute Zabrze) aufleben ließen, die sich an den Stadtteil - Tischen "Kunzendorf" oder "Makoschau" trafen, schlesische Köstlichkeiten genossen - oder nach alten Bekannten Ausschau hielten. Auch 50 Jahre nach dem ersten Hindenburger Heimattreffen und fast 60 Jahre nach Kriegsende hangen im Foyer noch Suchaufrufe. Hier fragt einer nach Nachbarn aus der Londzina-Stralse, dort sucht eine ehemalige Schaffnerin alte Kollegen.
Auch Gisela Miiller, Jahr-gang 1936, frischt ihre Erinnerungen auf. "Wir sind 1958 ausgereist. Wir waren die ersten Spataussiedler", sagt sie und erzählt von Hindenburg, von den polnischen Nachbarn, die fast alle sehr herzlich gewesen seien, und den Deutschen, die sich in ihrer Isolation immer mehr eingeigelt hatten. Zum ersten Mal ist sie beim Hindenburger Treffen und begeistert, so viele Bekannte aus alter Zeit zu treffen: "Heimat ist nicht die Gegend, Heimat sind die Menschen", sagt Gisela Miiller - ein Satz, der im Kreise Vertriebener selbst heute nicht völlig akzeptiert wird.

Alles der Zukunft iiberlassen
Das weiß kaum jemand besser als Marianne Mosler, langjährige Vertrauensfrau der Hindenburger und Mitorganisatorin der Heimattreffen. Sie freut sich, das sich die Patenschaft, die Essen vor 50 Jahren fiir die Hindenburger iibernommen hat, zu einer guten
Kooperation mit dem heutigen Zabrze entwickelt hat, dass sogar eine polnische Delegation in der Feierstunde am Freitagabend im Rathaus ihre Gliickwiinsche iiberbrachte, aber das begriiBen nicht alle Hindenburger. Wer dort Leid erlebt hat, ist dagegen.

Doch solche Konflikte reiben Marianne Mosler nicht mehr auf. Genau so wenig wie die Frage nach der generellen Zukunft der Heimatkreisarbeit und der Heimattreffen. Wie lange es die noch gibt? "Das weiß ich nicht. Ich iiberlasse alles der Zukunft", sagt sie und freut sich lieber dariiber, dass iiberhaupt noch so viele Hindenburger gekommen sind
. -Thomas Rühnker

 


Nur die Ältesten erinnerten sich an das Hindenburg vor 1945
26. Hindenburger Heimattreffen zum 5O.-Jahrestag der Patenschaft Essen-Hindenburg
aus dem Schlesisches Wochenblatt vom 19.-25. 09. 2003

In der berühmten Essener Grugahalle fand am 13.und 14.:September 2003 das 26. Hindenburger Heimattreffen statt. Die Zusammenkunft war ein groBes Ereignis. Vor genau 50 Jahren, im Jahre 1953, iibernahm Essen, das seine Kriegswunden heilte, die Patenschaft iiber das von Deutschland abgerissene Hindenburg. Seit 1990 nehmen an den in Essen organisierten Heimattreffen auch Hindenburger, die noch vor oder unmittelbar nach dem Krieg in Oberschlesien geboren wurden, recht zahlreich teil. Zum ersten Mal in der Geschichte der 50-jahrigen Patenschaft Essen-Hindenburg war bei den Feierlichkeiten der Stadtprasident von Hindenburg, Dr. Jerzy Golubowicz, in Begleitung von weiteren polnischen Gasten zugegen. Der Hindenburger Stadtprasident führte u.a. Gesprache mit dem Essener Oberbiirgermeister, Dr. Wolfgang Reiniger.
Nach Ansicht des Pressesprechers von Hindenburg, Damian Spielvogel, ist die Anwesenheit des Hindenburger Stadtprasidenten beim Essener Heimattreffen ein gutes Zeichen für die Zukunft, wenn Hindenburg zusammen mit den anderen Zentren Oberschlesiens zur EU gehören wird.
Das 26. Hindenburger Heimattreffen wurde vor allem von Kulturveranstaltungen geprägt. Zur Eröffnung der Zusammenkunft spielte das Blasorchester des Bergwerks "Makoszowy" aus Hindenburg.

W slynnej Grugahalle w Essen odbylo sie 13 i 14 wrzesnia 26. Spotkanie Ojczyzniane Zabrzan. Zjazd byl wielkim wydarzeniem. Dokladnie piecdziesiat lat temu, w 1953 roku, leczace wojenne rany miasto Essen objelo opiekunstwem mieszkanców oderwanego od Niemiec Zabrza. Po 1990 roku w spotkaniach ojczyznianych organizowanych w Essen biora udzial równiez licznie rodowici zabrzanie, urodzeni tuz przed wojna lub po wojnie na Górnym Slasku, w tym takze mlodziez. Pierwszy raz w dziejach 50-lecia opiekunstwa Essen - Zabrze w uroczystosci bral udzial dr Jerzy Golubowicz, prezydent Zabrza, z towarzyszacymi polskimi goscmi. Prezydent Zabrza odbyl rozmowe z nadbumistrzem miasta Essen dr. Wolfgangiem Reinigerem. Zdaniem rzecznika Zabrza Damiana Spielvogla, przyjazd prezydenta Zabrza na zjazd ziomków do Essen dobrze wrózy na przyszlosc, gdy Zabrze wraz z innymi osrodkami Górnego Slaska dolaczy do Unii Europejskiej.
26. Spotkania Zabrzan wiekszosci wypelnily programy kulturalne. Pierwsze chwile zjazdu umilila górnicza orkiestra deta kopalni "Makoszowy" z Zabrza
. trik

 


In den nächsten Ausgaben des „Hindenburger Heimatbriefes“ werden weitere Berichte über die einzelnen Höhepunkte des 26. Hindenburger Heimattreffens erscheinen

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