Hindenburger zu Gast in Essen
Das 27. Hindenburger Heimattreffen in Essen
Ein Bericht von Damian Spielvogel

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Mehrere Tausend Hindenburger und ihre Freunde folgten der Einladung der Patenstadt Essen zu dem bereits schon 27. Hindenburger Heimattreffen, das erneut in der Essener Grugahalle stattgefunden hat.

Es waren Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und aus der Vaterstadt Hindenburg OS gekommen, um sich in friedlicher Begegnung an ihre Heimatstadt in Oberschlesien zu erinnern, und um ein Bekenntnis der Heimattreue abzulegen.

Auffallend war die große Anzahl von Menschen der mittleren aber auch der jüngeren Generation, die mit ihrer Teilnahme unmissverständlich bewiesen haben, dass das Patenschaftstreffen der Hindenburger kein „Veteranentreffen“ ist.

Die „Hindenburger Heimatkartei“, geführt von Hans-Jürgen Zöllig, hat sich erneut als sehr dienliche Einrichtung erwiesen, um nach Bekannten und teilweise auch nach Verwandten zu fragen und suchen. Viele Neueinträge konnten registriert werden, damit die Großfamilie der Hindenburger in „erfasster Form“, auch 60 Jahre nach Kriegsende, eine aktuelle Auskunftsstelle bleibt.

Zu Beginn des 27. Hindenburger Heimattreffens wurden die Besucher durch ein wunderschönes Platzkonzert der Bergmannsblaskapelle des Steinkohlebergwerks „Mokoschau“ aus Hindenburg OS, unter der Leitung von Heinz Mandrysz, vor dem Haupteingang der Grugahalle musikalisch begrüßt. Die Musiker in ihren schmucken und heimatlichen Knappenuniformen umrahmten musikalisch mehrmals die zwei Treffenstage der Hindenburger in ihrer Patenstadt. Auch die Folkloregruppe der Schlesischen Jugend aus Nordrhein-Westfalen, „Der Fröhliche Kreis“, von Bernadette Glattki geführt, hat einen kulturellen Beitrag zur Zufriedenheit der Zuschauer geleistet, indem sie Tänze aus Nieder- und Oberschlesien sehr gekonnt präsentierte. Es war eine Freude den jungen Menschen zuschauen zu können, die sich der Pflege des heimatlichen Brauchtums angenommen haben.

Der Verkaufs- und Informationsstand des Senfkornverlages aus Görlitz, in dem unsere Heimatzeitung „Oberschlesien“, mit dem „Hindenburger Heimatbrief“, herausgegeben wird, erfreute sich großer Beliebtheit. Der Verlagsinhaber, Alfred Theisen, wusste sehr gekonnt, das Interesse der Hindenburger auf die angebotenen Produkte zu lenken und für unsere Heimatzeitung werbeträchtig aktiv zu sein.

Der 1. Bürgermeister der Stadt Essen, Norbert Kleine-Möllhoff, begrüßte namens der Patenstadt der Hindenburger die Treffensteilnehmer. Er bekräftigte das Festhalten der Stadt Essen an der seit 1953 bestehenden Patenschaft Essen-Hindenburg OS und bekannte sich zum „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin als einen Ort der Erinnerung und der Mahnung, damit Vertreibungen als Mittel der Politik keinen Platz mehr haben sollten. Heimatkreisvertrauensfrau für den Stadtkreis Hindenburg OS, Marianne Mosler, richtete Worte der Freude und des aufrichtigen Dankes an die Patenstadt Essen. Sie hat die Hindenburger aufgerufen in ihrem Bekenntnis zur Vaterstadt weiterhin festzuhalten.

Der eigentliche Höhepunkt der heimatlichen Begegnung war der sonntägliche katholische Festgottesdienst am zweiten Patenschaftstreffenstag. Der Dompropst und Stadtdechant, Otmar Vieth aus Essen, der schon öfters Hindenburg OS und Oberschlesien besuchte, hat die „innere kirchentreue Gemütslage“ der Hindenburger verstanden und zelebrierte einen wunderschönen, andächtigen und würdevollen Gottesdienst. Pfarrer Herbert Przygoda und Prälat Paul Pyrchalla assistierten bei der Eucharistiefeier, und zwar zusammen mit zahlreichen Kleriker und erwachsenen Ministranten. Der Apostolische Protonatar, Prälat Paul Pyrchalla, der eigens aus Hindenburg OS zum Patenschaftstreffen nach Essen angereist war, hat passende Worte gefunden, um die christlichen Glaubensgrundsätze mit den heimatlichen Bezügen zu verbinden, damit das Bekenntnis der Hindenburger zum Glauben der Väter und die Treue zur Vaterstadt Hindenburg OS gegenwartsbezogene Tugenden bleiben und keine Relikte der Vergangenheit darstellen. Gottlosigkeit bedeutet auch Heimatlosigkeit und Heimatlosigkeit ist mit Orientierungslosigkeit gleichzusetzen, so Prälat Pyrchalla.
Der Festgottesdienst wurde musikalisch durch Marc-David Schwarz an der Orgel und durch die Makoschauer Bergmannsblaskapelle begleitet. Die Oberschlesischen Bergmänner, geleitet von Georg Pyrlik, sowie Trachten- und Fahnenabordnungen der landsmannschaftlichen Gruppen sorgten für weitere heimatliche Bezüge. Für einige Augenblicke verwandelte sich die Grugahalle zu einer „großen Kirche Hindenburgs“, und die Gottesdienstteilnehmer vereinten sich zu einer „großen Hindenburger Pfarrgemeinde“, die sich im christlichen Glauben fest zusammengeschlossen haben. Als in der mit Weihrauch durchdrängten Grugahalle das bekannte, von den Oberschlesiern sehr geliebte und inbrünstig gesungene Kirchenloblied „Te Deum“ angestimmt wurde, konnten manche der Teilnehmer nicht mehr die Tränen der tiefen und aus Herzen kommenden Rührung im Verborgen halten.

An beiden Treffenstagen der Hindenburger konnten sich die Besucher der oberschlesischen Erzeugnisse der heimatlichen Traditionsbetriebe, der Fleischereien „Ligensa“ und „Struzina“, sowie der Bäckerei Müller erfreuen. Das 27. Hindenburger Heimattreffen war somit ein Treffen der heimatlichen zwischenmenschlichen Begegnung, bei dem für Leib und Seele gleichermaßen gut gesorgt wurde.

Das Treffensbüro im Foyer der Grugahalle, das von Helga Zöllig vom Vertretungsausschuss „Hindenburg OS“ sowie von Kerstin Uredat und Rainer Dehne von der Stadtverwaltung Essen ununterbrochen betreut war, ist zum „informativen Orientierungspunkt“ geworden, die sehr viele Besucher gern angenommen haben. Dort wurden nicht nur einige Publikationen über Hindenburg OS und Oberschlesien angeboten, sondern auch die sehr gute Internetpräsentation der Hindenburger, die von Erwin Czmiel ausgezeichnet betrieben wird, vorgestellt.

Die Grugahalle in Essen wurde am zweiten Septemberwochenende in diesem Jahr für die in die Patenstadt angereisten Hindenburger zum Heimatersatz fern der geliebten oberschlesischen Vaterstadt. Die Hindenburger haben auch bewiesen, dass auch 60 Jahre nach Kriegsende eine west-ostdeutsche Patenschaft notwendig ist. Während des 27. Hindenburger Heimattreffens wurde wiederholt seit 1953 das Gefühl des heimatlichen Zusammenhaltes nach Innen und Außen unmissverständlich vermittelt.
Der Patenstadt Essen ist zu danken, dass sie an dem Patenschaftswerk festhält und eine Unterstützung für die Durchführung der Heimattreffen uneigennützig gewährt.
Das 27. Hindenburger Heimattreffen hat glücklicherweise nichts an seiner ursprünglichen Stärke und Festigkeit eingebußt.

In den nächsten Ausgaben des „Hindenburger Heimatbriefes“ werden weitere Berichte über die einzelnen Höhepunkte des 27. Hindenburger Heimattreffens erscheinen

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