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Patenschaft Essen – Hindenburg OS

Die Entstehung der Patenschaft

Theodor Jurok, der Mann der ersten Stunde in der Vertriebenenarbeit für die in aller Welt verstreut lebenden Hindenburger.

Aus kleinsten Anfängen errichtete er bereits ab 1947 eine Heimatkartei. Zunächst, mit primitivsten Mitteln der Vervielfältigung gestaltet, entstanden seine ersten Rundschreiben, aus denen dann ab September 1949 der „Hindenburger Heimatbrief“ erwuchs.

Theodor Juroks hervorragende Verdienste würdigte die Landsmannschaft Schlesien durch seine anlässlich des Bundestreffens der Schlesier vom 13. bis 18. September 1951 in München erfolgte Berufung zum Heimatkreisvertrauensmann für den Stadtkreis Hindenburg OS.

Der Patenschaftsgedanke entsprang dem Willen nach Einheit deutscher Kultur und deutscher Geschichte und hat die Belebung der kulturellen Betreuung und die Pflege des Heimatgedankens zum Ziel. Deshalb war man bemüht, nur solche westdeutschen Städte für eine Patenschaft zu gewinnen, die den ostdeutschen Städten nach Entstehung, geographischer Lage und Struktur ähnelten. Maßgebend für den westdeutschen Paten sollte zudem sein, dass in seiner näheren und weiteren Umgebung besonders viele Bürger des ostdeutschen Partners eine neue Heimat gefunden, dort schon kleinere Heimattreffen veranstaltet und heimatvertriebene Persönlichkeiten einen geeigneten Boden für eine Zusammenarbeit bereitet haben.

Die Stadt Essen gab am 24. Oktober 1952 folgende Presseverlautbarung:

Essen übernimmt Patenschaft für Hindenburg OS".

Die Stadt Essen, in der inzwischen nahezu 50 000 Vertriebene aus dem deutschen Osten eine neue Heimat fanden, hat jetzt auf einen Antrag der zuständigen Kreisvertretung der Landsmannschaft Schlesien die Patenschaft für die Stadt Hindenburg in Oberschlesien übernommen.

Mit der Patenschaftsübernahme will die Stadt Essen ihre Verbundenheit mit dem deutschen Osten bekunden. Durch die Patenschaftsübernahme soll aber auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Heimatvertriebenen in Anknüpfung an das geistige Erbe des deutschen Ostens gepflegt und das Bewusstsein der kulturellen Bedeutung des deutschen Ostens wachgehalten werden.

Hindenburg ist die größte Stadt Oberschlesiens und die zweitgrößte Stadt Schlesiens überhaupt. Während Essen sich die größte Kohlenstadt des Kontinents nennen darf, gilt Hindenburg als größte Kohlenstadt des hoch entwickelten schlesischen Bergbau- und Industriegebietes. Zwischen dem schlesischen Bergbau und dem Ruhrbergbau bestanden stets enge Beziehungen. Viele ehedem schlesische Bergleute und vornehmlich solche aus Hindenburg haben in den Gruben unserer Heimatstadt eine neue Arbeitsstätte gefunden.

Wenn Essen sich jetzt für die Übernahme der Patenschaft für Hindenburg – das ihm strukturell sehr gleicht – entschieden hat, dann aber nicht zuletzt um der ostdeutschen Landsleute willen, die in den letzten Jahren Bürger unserer Stadt geworden sind.“
Am 10. Dezember 1952 stimmte der Hauptausschuss des Essener Stadtparlaments der Patenschaftsübernahme zu. Dieser Beschluss wurde in der Sitzung des Rates der Stadt Essen am 3. März 1953 vom Rat gegen eine Stimme bestätigt.
Inzwischen fanden die ersten Vorbereitungen für das 1. Hindenburger Heimattreffen in der Patenstadt Essen statt, das am 30./31. Mai 1953 stattfand und von etwa 3000 Hindenburgern besucht wurde. In einem Festakt im Rathhaussaal überreichte am 31. Mai 1953 der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Dr. Hans Toussaint, dem Heimatkreisvertrauensmann für den Stadtkreis Hindenburg OS, Stadtoberinspektor a.D. Theodor Jurok, die Patenschaftsurkunde.
Seither finden alle zwei Jahre „Hindenburger Heimattreffen“ in der Patenstadt Essen statt.
Heimatkreisvertrauensmann Stadtoberinspektor a.D. Theodor Jurok, der wegen seiner hervorragenden Verdienste um die Belange der Hindenburger als „Vater der Hindenburger“ apostrophiert wird, legte sein Amt am 2. Mai 1960 aus Alters- und Gesundheitsgründen nieder. Sein Nachfolger wurde Steuerrat a.D. Oswald Kohlmann, der am 15. September 1967 inmitten der Vorbereitungen zum 8. Hindenburger Heimattreffen verstarb. Sein Nachfolger wurde Bergoberamtmann a.D. Franz Schyma, der das Amt des Heimatkreisvertrauensmannes für den Stadtkreis Hindenburg OS bis 1983 inne hatte. Seine Aufgaben übernahm Herbert Skowronek, der sich mit großem Interesse für die Einrichtung des „Hindenburger Heimatmuseums“ einsetzte. 1994 gab er sein Amt als Heimatkreisvertrauensmann ab. Seine Nachfolge übernahm Marianne Mosler. Während des 28. Hindenburger Heimattreffens im September 2007 nach 13 Jahren aktivem Wirken übergab Marianne Mosler das Amt an Damian Spielvogel.

Die Gegenwart

Der Heimatkreisvertrauensmann ist keine gesetzliche, gemeindliche oder staatliche Institution. Er ist vielmehr eine Einrichtung, welche die Heimatvertriebenen nach 1945 allerorts gründeten. Der Heimatkreisvertrauensmann hat sich insbesondere heimatpolitischen Aufgaben seines Heimatkreises zu widmen. So soll er sich vornehmlich um die Heimatkreiszeitung als verbindendes Medium und um die Herausgabe einer Monographie seiner Heimatstadt bemühen sowie Heimattreffen vorbereiten. An seiner Seite steht der Bundessprecher der Hindenburger, der sich vor allem der politischen und grenzüberschreitenden Aufgaben widmet.

Der Vertretungsausschuss „Hindenburg OS“ bei der Patenstadt Essen, eine kleinere Gruppe von Hindenburger Persönlichkeiten, die das Vertrauen der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung Essen besitzt, hat sich die Aufgabe gestellt, Sachwalter der Gesamtheit der vertriebenen Hindenburger zu sein und als Mittler zwischen den Patenkindern und dem Patenschaftsträge zu wirken. In diesem hohen Auftrag betreut er alle Angelegenheiten kultureller und organisatorischer Art in diesem Bereich und dient dem Patenschaftsträger mit Hinweisen auf die Notwendigkeit seines helfenden Eingreifens. Die Stadtverwaltung wiederum hält mit dieser Hindenburger Vertretung engen Kontakt, um immer über die Durchführung der sich aus der Übernahme der Patenschaft ergebenden Aufgaben gut beraten zu werden

Eine solche Vertretung ist auch deshalb notwendig, weil diese Vertretung in der Patenstadt die Arbeit für die Heimatstadt konzentriert.
Diese Gemeinschaft, deren Mitglieder ehrenamtlich im Dienste der ehemals deutschen Stadt und ihrer Bürger tätig sind, trägt also die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit des Patenschaftswerk und fühlt sich in besonderer Weise verpflichtet, in jeder möglichen Art für die Erhaltung und Stärkung der Heimatverbundenheit Sorge zu tragen.

Dem Vertretungsausschuss „Hindenburg OS“ bei der Patenstadt Essen gehören derzeit an:
Damian Spielvogel -Heimatkreisvertrauensmann-
c/o Landsmannschaft Schlesien e.V., Dollendorfer Str. 412
53639 Königswinter, Tel. 02244-92590, Fax: 02244-9259290
eMail: lm.schlesien@t-online.de

Damian Spielvogel bekleidet gleichzeitig das Amt des Vorsitzenden des
Vertretungsausschusses „Hindenburg OS“ sowie das des Bundessprechers der Hindenburger

Hans-Jürgen Zöllig - Leiter der „Hindenburger Heimatortskartei“
Aktienstraße 119, 45359 Essen, Tel. 0201-675403

Weitere Mitglieder:          -      Marianne Mosler         
                                       -      Helga Zöllig  
                                       -      Heinz Meister
                                       -      Hans-Jürgen Zöllig
                                       -      Gerhard Kowaczek                         
Alle Mitglieder des Vertretungsausschusses sind auch zu erreichen über:
Stadt Essen
Stadtamt 15, Rathaus, Porscheplatz
45121 Essen
repraesentationen@essen.de